Ein Hund der vor Schmerzen die Wände hochging...
Ich weine um einen Hund.
Ich weine um einen
verwahrlosten Hund.
Ich weine um einen blinden
Hund.
Ich weine um einen Hund aus
Polen.
Ich weine um einen Hund, der
in den Keller gesperrt wurde.
Ich weine um einen Hund, der
vor Schmerzen gejault hat.
Es war einer von vielen
Polenhunden, aus Mitleid wurde er Wahldeutscher.
Eine Familie die es gut
meinte, mußte dem Hund ein kaltes, dunkles Zuhause bieten.
Die SOS Hunde-Hilfe war
wiedermal die letzte Rettung. Also nahmen Virginia und ich den ca.
ein Jahr alten Hund mit.
Zu Hause sahen wir das ganze
Elend: verfilzt, verdreckt, abgemagert und der traurige Blick war völlig
verzweifelt: Wo bin ich? Wissen die, daß ich kein Wort verstehe? Ob
sie verstehen, daß ich nur so jaule, weil ich vor Schmerzen fast
verrückt werde? Liebe Menschen, helft mir doch, mein Kopf zerplatzt!"
Mann, kann der endlich aufhören
zu jaulen; das nervt ... Fressen will er nicht, Gassi war er auch
... WAS WILLST DU DENN???
Virginia und ich wußten
nicht mehr weiter. Der Hund bekam Baldrian. Vielleicht ist er nur
aufgeregt? Wir wollten ihn baden, zum "Dank" wurden wir
angeknurrt. Was ist mit dem Köter? Wir wollte schließlich schlafen
gehen und dachten, der beruhigt sich schon wieder.
Komisch, der Hund haut mit
dem Kopf immer gegen die Wand. Ist er blind?
"Liebe Menschen, warum
schimpft ihr mit mir? Seht ihr nicht, daß ich leide? Kann ich nicht
ein bischen mit Euch kuscheln?"
Runter vom Bett, du bis naß
und dreckig! Leg Dich endlich irgendwo hin.
Am nächsten Tag für
Virginia mit dem Hund zum Tierarzt. Dort bekam er die letzte
Spritze. Er hatte grünen Star, der ihm das Gehirn zerdrückte.
"Danke liebe Menschen,
endlich bin ich erlöst! Lebt wohl!" dachte ein namenloser
Hund, der keine Vergangenheit und keine Zukunft hatte...
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Tanja Alm |
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