|
Notruf!
Am
22.04.96 erreichte uns ein Anruf, daß ein Welpe gefunden worden wäre.
Die Leute berichteten, daß der kleine Hund wohl sehr krank wäre,
er würde apathisch daliegen und röcheln.
Günter
und ich fuhren sofort los, nachdem ich die Leute gebeten hatte, den
Hund in Decken zu wickeln und ihn warm zu halten. Als wir bei der
angegebenen Adresse eintrafen, öffnete uns zunächst niemand die Tür.
Nach mehreren Klingelversuchen wurden wir dann eingelassen, standen
vor einer geöffneten Wohnungstür und wurden von einem riesigen Schäferhundmischling
empfangen. Von den Leuten selbst war zunächst nichts zu sehen.
Unter
gutem Zureden ließ der Hund uns in die Wohnung. Als wir am Ende
eines langen Flures das Wohnzimmer betraten, bot sich uns ein
unvorstellbares Bild. Die Hundebesitzerin saß volltrunken in einem
der vor Schmutz starrenden Sessel. Der ganze Tisch war übersät mit
leeren Bier- und Schnapsflaschen. Zwischen diesen Flaschen lag auf
einer Plastiktüte ein lebloser kleiner Hundekörper. Günter nahm
ihn hoch und stellte fest, daß er bereits kalt und steif war. Der
Hund war tot !
Sehr
betroffen und wütend machten wir uns auf den Heimweg. Wir waren
nicht in der Lage, miteinander zu reden. Jeder hing seinen eigenen
Gedanken nach. Trotz unseres schnellen Handelns haben wir nicht mehr
helfen können. Wie so oft in letzter Zeit, wieder einmal eine schlaflose traurige Nacht
!
Kerstin
Schurr
|